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Markus Albers — Journalist & Autor

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von Markus Albers

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Wie man das Wissen der klügsten Köpfe anzapft (und wie Gründer ticken)

Was passiert, wenn sich 15 junge Manager, Unternehmer und Kreative aus ganz Deutschland selbst die ideale Fortbildung organisieren? Sie suchen eine Stadt aus, zum Beispiel Hamburg, und rufen dort einfach mal bei den interessantesten und klügsten Köpfen an. Fragen: Wie wär’s? Wir kommen vorbei. Sie plaudern eine Stunde lang hinter verschlossenen Türen aus dem Nähkästchen.

Und dann klappt das sogar. Alle Teilnehmer treffen sich in Hamburg. Sprechen mit 20 Geschäftsführern, Chefredakteuren, Gründern und Startup-Unternehmern – lange, intensiv und vertraulich. Lassen sich erzählen, was in deren Berufsleben und Business auch mal schief gegangen ist. Was sie heute wieder so machen würden und was auf gar keinen Fall. Wie sich der Job auf ihr Privatleben auswirkt und welche Ziele sie noch haben. Klingt unrealistisch? Ist vergangene Woche aber genau so passiert.

Unter dem Motto “Chefsache 08″ hatte Andreas Stammnitz, der das Ganze federführend organisierte, eine wirklich spektakuläre Liste an Gesprächspartnern zusammengestellt – Startups, Entrepeneure, spannende Persönlichkeiten. Ich war – als einziger gleichzeitig Teilnehmer und Referent – auch dabei und sehr beeindruckt. Darum hier die Liste der Referenten sowie die 5 wichtigsten Lektionen, die ich aus diesen vier Tagen gelernt habe. Alle Fotos sind übrigens von Mitorganisator Jan Thomas.

DIE REFERENTEN
– Gabriele Fischer (brand eins)
– Mark Korzillius (Vapiano)
– Thorsten Becker (Management Angels)
– Dr. Arndt Roller (Parship)
– Eoghan Jennings (XING)
– Dr. Jens Müffelmann (AS Venture)
– Andreas Arntzen (Madsack Media Lab)
– Mark Miller (CatCap)
– Thomas Schroeter (Bab.la)
– Sascha Hottes (akuma)
– Thomas Promny (Gimahhot)
– Michael Wolf (Unity)
– Dr. Anke Brack (myheimat)
– Christian Richter (radio.de)
– Dr. Christian Nagel (Earlybird)
– Dr. Björn Schäfers (smatch)
– Sven Brückner (Hafencity)
– Dr. Kai Matthiesen (Metaplan)
– Bodo von Laffert (Sushi Factory)
– Renate Spiering (Lernarchitektin)

5 PUNKTE, DIE ICH VON IHNEN GELERNT HABE:

1) Meistens geht viel mehr schief, als man von aussen mitbekommt. Ohne zuviel zu verraten, denn ich habe – wie alle Teilnehmer – den Referenten Vertraulichkeit zugesagt: Man ahnt gar nicht, wie dramatisch die Fehler, die Pannen und die Irrwege sind, die viele Gründer gemacht und durchgestanden haben. Bloss weil sie heute erfolgreich dastehen, heisst das nicht, dass sie immer alles gewusst und alles richtig gemacht haben. Manchmal hatten sie auch einfach nur Pech. Aber den Journalisten erzählen sie natürlich immer nur die Erfolgsstories.

2) Manchmal muss man seine eigene Idee loslassen, damit sie funktioniert. Mark Korzillius gehört nur noch ein kleiner Anteil an Vapiano, obwohl er allein die Idee für diese weltweit erfolgreiche Restaurantkette hatte. Er ist zufrieden, sein Konzept wachsen zu sehen, sagt er.

3) Manchmal muss man gegen alle Widerstände an seiner Idee festhalten, damit sie funktioniert. Wer Gabriele Fischer einmal aus den schwierigen Anfangszeiten von brand eins erzählen hört, fragt sich: Warum in aller Welt hat sie sich und dem Team das angetan? Weil am Ende ein großer Triumph steht? Sagt sich in der Rückschau leichter.

4) Vielleicht muss man sein Geschäftsmodell in Frage stellen, um es am Leben zu erhalten. Im Madsack Media Lab wurden kürzlich die ersten Zeitungen erfunden, die ausschliesslich User Generated Content drucken. Keine Journalisten schreiben da. Madsack verdient sein Geld aber eigentlich ganz klassisch mit Zeitungen. Wahnsinn? Oder Mut gegen den Branchentrend? Ein bisschen von beidem wohl …

5) Im Grunde weiss keiner vorher, was funktionieren wird. Earlybird weiss nicht, welches der von ihnen finanzierten Startups es schaffen wird. Madsack weiss nicht, ob sich die Investition in Internetradio unter www.radio.de refinanziert. Parship weiss nicht, ob Menschen in der Finanzkrise noch 30 Euro im Monat für Dating ausgeben werden. Die Planer der Hafencity wissen nicht, ob sie einen lebendigen Stadtteil schaffen oder eine tote Betonwüste ohne Charme. Der Trick ist, irgendwann mit dem Rechnen, Abwägen und Prognostizieren aufzuhören und mit dem Machen anzufangen. In die Zukunft schauen kann keiner. Sich was trauen, kann eigentlich jeder.