Wie ich eine Werbekampagne für mein Buch bekam, bundesweit und umsonst
Als ich mich Ende vergangenen Jahres entschied, mein neues Buch Meconomy selbst herauszubringen, machte ich mich auf die Suche nach starken Helfern. Die iPhone App kam von Textunes, das Print-on-Demand-Buch von epubli – aber ich wusste, ich brauche noch einen Marketingpartner. Sony schien mir genau richtig: Ihre Lesegeräte waren und sind unter E-Book-Nutzern sehr verbreitet und sie haben einfach eine riesige Marktmacht.
Die netten Leute in der deutschen Sony-Zentrale am Potsdamer Platz fanden meine Idee gut, seit Anfang des Jahres ist Meconomy auf allen ihren E-Readern vorinstalliert – aber erst jetzt, zum Weihnachtsgeschäft 2010 merke ich wirklich, was Sony ausrichten kann, wenn es will. Weil jede Werbung für einen Sony-Reader zugleich Werbung für mein Buch ist und weil Sony gerade die ganz große Werbemaschine anwirft, habe ich etwas, das außer Dan Brown oder Richard David Precht wahrscheinlich kaum ein Autor von seinem Verlag spendiert bekäme: Eine bundesweite Werbekampagne für Meconomy. Sogar im Mediamarkt-Prospekt ist das Cover abgebildet (siehe oben – unten weitere Werbemotive).
Man muss kein Mario-Barth-Fan sein, um zu erkennen: Die gigantischen Auflagen, in denen dieser Katalog gedruckt wird, sind imposant. Kauft darum auch nur ein Leser mehr mein Buch? Schwer zu sagen. Denn erstens wird ja für Sony Reader geworben und wer so ein Gerät erwirbt, muss Meconomy gerade nicht mehr kaufen, sondern bekommt es geschenkt. Zweitens ist die Media-Markt-Klientel vielleicht nicht unbedingt meine Kernzielgruppe.
Aber egal – ein bisschen stolz bin ich schon auf die schiere Reichweite, die Meconomy diesen Winter entwickelt. Mancher Verlagsmanager dürfte neidisch sein. Und immerhin wissen so noch mehr Menschen, dass es das Buch überhaupt gibt, lesen vielleicht mal rein, interessieren sich für das Thema. Für mich wäre das der größte Erfolg und – um in der Jahreszeit zu bleiben – das schönste Weihnachtsgeschenk.





