Meine Top 10 zur Buchmesse
Von Donnerstag bis Samstag fahre ich auf die Frankfurter Buchmesse – es ist tatsächlich das erste Mal für mich. Bin also gespannt. Am Samstag werde ich um 13 Uhr im Sachbuchforum (Halle 3.1, Stand L 691) interviewt, um “Morgen komm ich später rein” sozusagen offiziell der Buchbranche vorzustellen. Bis dahin halte ich mich immer mal wieder am Campus-Stand auf (Halle 4.1, Stand E 102 – vielleicht bringt mir meine Verlagskollegin Ruth Westheimer noch was über Sex bei), suche abends zusammen mit Holm und Thomas die besten Parties und schaue mir tagsüber die Messe als Besucher an.
Besonders gespannt bin ich natürlich auf die Ebook-Reader. Amazon wird seinen Kindle nun wohl doch nicht zur Messe nach Deutschland bringen, dafür aber Sony sein Gerät offiziell hierzulande einführen. Und laut Handelsblatt zeigt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels selbst an seinem Stand (Halle 4.0 Stand D 1339) fünf verschiedene E-Reader.
Das Handelsblatt weiter: In den USA schätzt der frühere Ullstein-Verlagsleiter den Marktanteil der elektronischen Bücher auf gerade 0,1 Prozent. Nach einer Umfrage der Frankfurter Buchmesse wird das elektronische Publizieren auch in Deutschland mittelfristig nur eine geringe Rolle spielen. Die Schätzungen von Verlagen, die bisher noch keine E-Books angeboten haben, reichen bis 2013 zwischen zwei und sieben Prozent. Fast zwei Drittel der befragten Brancheexperten sind davon überzeugt, dass der Markt auch in fünf Jahren von klassischen Büchern beherrscht wird – und eben nicht von E-Book und E-Reader.
Ich glaube ja, die Zahlen werden deutlich über dieser Schätzung liegen … abwarten.
Weil’s so gut zur Messe passt, hier eine Sache, die ich schon länger posten wollte: Meine aktuelle Top-Ten von Büchern, die ich derzeit lese oder gerade gelesen habe. Die Reihenfolge ist absteigend chronologisch, beinhaltet also keine Wertung, sondern zeigt nur, welches Buch ich wann gelesen habe. Die obersten drei sind “derzeit neben meinem Bett” bzw. in meiner tollen neuen Porter-Tasche:
1) Kathin Passig & Sascha Lobo: Dinge geregelt kriegen …
Man kommt ja nicht daran vorbei. Und natürlich ist es gut geschrieben. Habe aber gerade erst angefangen …
2) David Allen: Getting Things Done
Wollte das Original vor der Persiflage lesen. Nicht lachen: Mein E-Mail-Eingang ist jetzt nach Allens Tipps sortiert und zum ersten Mal habe ich den magischen Zustand erreicht: Inbox-Zero.
3) Rolf Potts: Marco Polo didn’t go there
Tipp von Tim Ferriss. Potts erstes Buch Vagabonding hat mir gut gefallen. Er schreibt seit Jahren Reisereportagen, u.a. für salon.com oder das NYT Magazine und erklärt dort, wie jedermann Langzeitreisen hinbekommen kann.
4) Christian Kracht: Ich werde hiersein im Sonnenschein und im Schatten
Obskur, maniriert, zu kurz, irrsinnig selbstverliebt – ich mag’s.
5) Garr Reynolds: Presentation Zen
Für einen Präsentations-Guru hat er sein eigenes Buch ganz schön hässlich gestaltet. Die anschaulichen Slideware-Beispiele sind es trotzdem wert. (Muss mich ja auf Winter und Frühjahr voller Vorträge und Panels vorbereiten – Termine an anderer Stelle)
6) David Weinberger: Everything is Miscellaneous
Ein Buch übers Kategorisieren von Welt und Wissen – früher und heute, auf Papier contra digital, geordnet versus “messy”. Im Urlaub gelesen. Meine Freundin fand das albern, ich spannend.
7) Holm Friebe & Thomas Ramge: Marke Eigenbau
Die beiden haben mir netterweise ein Vorabexemplar geschenkt, darum bin ich schon länger damit durch – und empfehle es, wo immer ich kann.
8) Joel Garreau: Radical Evolution
Grässliches Cover, großartig recherchiert. Washington-Post-Journalist trägt das Wichtigste zusammen über Gentech, Roboter, verbesserte Menschen und interviewt alle Protagonisten von Ray Kurzweil und Bill Joy bis Jaron Lanier.
9) Eric Weiner: The Geography of Bliss
Die glücklichsten und unglücklichsten Länder der Welt und der Zusammenhang von Ort und Zufriedenheit. Nicht essayistisch salbadert, sondern von einem Reporter erreist. Unterhaltsam und informativ.
10) Alain de Botton: The Architecture of Happiness
Ander als Weiner verlässt de Botton seinen Schreibtisch nur selten, um zu erklären, was unsere Gebäude und unsere Inneneinrichtung über uns sagen. Aber der darf das.
… mir fällt gerade auf: Ziemlich viele englischsprachige Bücher und neun zu eins für Sachbuch gegen Belletrisktik. Was das über mich sagt, sollen andere entcheiden. Alle Bücher sind aber über Amazon zu beziehen und einige der englischen inzwischen auch auf Deutsch erschienen (mindestens: Weiner und de Botton …).
Die Liste wird ab jetzt in unregelmäßigen Abständen aktualisiert und veröffentlicht.

