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Markus Albers — Journalist & Autor

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von Markus Albers

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Jochen Mai: “In 10 Jahren haben wir nicht mehr dieselben Jobs wie heute”

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Der Countdown zum Erscheinen meines neuen Buchs “Meconomy” zählt langsam herunter – Anfang Dezember kommt es heraus. Kurz vor dem Launch gibt es dann an dieser Stelle vorab das Cover zu sehen sowie einige spannende Aktionen. Also wieder vorbeischauen oder den RSS-Feed abonnieren.

Bis dahin veröffentliche ich hier Recherechematerial in voller Länge. Heute ist der zweite Teil des Interviews mit Jochen Mai dran, Deutschlands wohl führendem Karriere-Experten. Er hat den Bestseller “Karrierebibel” geschrieben, betreibt ein sehr erfolgreiches gleichnamiges Blog und arbeitet hauptberuflich als Ressortleiter “Beruf + Erfolg” bei der Wirtschaftswoche. Von Jochen wollte ich wissen, wie sich die Berufswelt durch Technologiewandel, Self-Branding und Wirtschaftskrise verändert hat. Teil eins des Interviews gibt es hier.

Job-Anforderungen ändern sich ständig, es heisst, die in 10 Jahren wichtigsten Berufe seien heute noch gar nicht erfunden. Was bedeutet das für Fortbildung, Karriereplanung, lebenslanges Lernen?

Das heißt vor allem, dass man heute nicht davon ausgehen kann, in zehn Jahren noch denselben Job zu machen wie heute. Je nach Naturell ist das für manche ein Bedrohungsszenario – für andere eine große Erleichterung. Letztere haben alle Karrierevorteile auf ihrer Seite. Denn tatsächlich geht es künftig darum, neue (mobile) Arbeitsweisen und Techniken möglichst rasch zu adaptieren, um so wettbewerbsfähig zu bleiben. Das klingt für Arbeitnehmer zunächst ungewöhnlich.

Ich glaube aber, dass die Berufsform des „angestellten Unternehmers“ die künftig vorherrschende Form ist: Wir alle sind dann mehr und mehr selbst dafür verantwortlich, in unsere persönliche Weiterentwicklung zu investieren – sei es durch Coaching oder E-Learning. Ich glaube nicht, dass die Arbeitnehmer Arbeitgeber die permanente Personalentwicklung noch lange als ihre Kernaufgabe ansehen werden, schon aus Kostengründen.

E-Learning wird einfacher und günstiger. Jeder kann zum Beispiel online Vorlesungen an Eliteunis besuchen, Menschen tauschen sich in Communities wie Deiner aus. Eine wichtige Chance für ambitionierte High-Potentials? Oder ein Feld, das jeder zunehmend beherrschen muss?

So wie die Bedeutung des sogenannten Wissensarbeiters steigt, gewinnt auch die Wissensgenerierung an Gewicht. Und dazu gehört das Kommunizieren und Vernetzen auf allen möglichen Kanälen: an den Unis, in Social Networks, in Fachgruppen, in Blogs. Überall dort wird Wissen ausgetauscht und weiterentwickelt. Das bedeutet aber zweierlei: Um Teil dieser Gruppen zu sein, kann man nicht nur Wissen einseitig absaugen, man muss eigenes Wissen auch mit anderen teilen. Präsentieren, diskutieren und vermitteln zu können sind daher mindestens ebenso wichtige Anforderungen für den Arbeitnehmer der Zukunft, wie das Verstehen, Vernetzen und Lernen.

Es heisst, die Digital Natives verändern den Arbeitsmarkt, fordern mobile, flexible und weniger autoritäre Modelle. Unabhängig vom Buzzword – ist da etwas dran? Wie müssen sich Unternehmen umstellen, wenn sie künftig die besten Köpfe anwerben wollen?

Das ist ein klassisches Generationenthema: Jede Generation wird geprägt von den jeweils herrschenden gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Verhältnissen, die dann Werte formen, die das ganze Leben bestimmend bleiben – so jedenfalls argumentieren Generationenforscher. Die sogenannte Generation X, noch mehr aber die Generation Y (so werden sie im Fachjargon genannt), sind mit dem Computer und dem Internet aufgewachsen, gehen damit spielerisch um und lieben es, sich zu vernetzen.

Gleichzeitig legen sie großen Wert auf Selbstbestimmung und Anerkennung – obwohl sie sich am liebsten auf sich selbst verlassen. All das prägt auch die Ansprüche dieser Generationen an den Job und die potenziellen Arbeitgeber. Entsprechend flexible, komfortable und technisch ausgereifte Büros oder Heimbüros sollten die bieten können, wenn sie als Traumunternehmen infrage kommen wollen.

Dass Self-Branding wichtiger wird, scheint unumstritten. Was bedeutet das für die Karriereplanung? Gilt es überhaupt für Angestellte – braucht heute jeder Blog, Twitteraccount, Website? Was ist das Minimum, das man bedienen muss?

Jeder braucht sicher nicht alles. Und bei weitem nicht jeder Arbeitnehmer muss zum Internet-Popstar mutieren. Woran aber keiner künftig vorbei kommt, ist, im Netz präsent zu sein – oder anders gesagt: auffindbar. Schon heute sondiert jeder zweite Personaler Bewerber über deren Online-Profile, in den USA ist es bereits jeder zweite. Und ich gehe fest davon aus, dass es schon bald 80 bis 90 Prozent sein werden.

Der Trend setzt sich im Privaten durchaus fort: Ich kenne Vermieter, die den Leumund potenzieller Mieter erst einmal im Internet durchchecken, bevor sie diese zur Wohnungsbesichtigung einladen. Wir holen uns Referenzen via Google Earth oder Bewertungsportalen von den Hotels und Urlaubsorten ein, bevor wir eine Reise buchen – und so manches Blind Date ist in Wahrheit keins, weil die beiden Singles vor dem Rendezvous die Netzwerkprofile und Bilder ihres Dates bei Facebook, StudiVZ oder Lokalisten ausgeforscht haben. Der sprichwörtliche erste Eindruck, den wir von einem anderen Menschen bekommen, findet heute meist im Internet statt. Und da es für den bekanntermaßen keine zweite Chance gibt, sollten wir alle genau darauf achten, welchen Eindruck wir dort vermitteln – professionell wie privat.

Welche Seiten der Einzelne dafür wählt – ob Facebook, Twitter, Xing, Blog & Co. –, hängt dann individuell davon ab, was derjenige beruflich macht und wo ihn seine Zielgruppe vor allem sucht, beziehungsweise erwartet zu finden. Xing ist in Deutschland eines der wichtigsten Businessnetzwerke, international ist es eher Linkedin. Ein Blog wiederum lohnt sich eher für Leute, die tatsächlich etwas zu sagen und Lust am Schreiben haben. Twitter wiederum ist ein erstklassiges Instrument, um Wissen zu teilen, auf dem Laufenden zu bleiben oder neue Kontakte zu knüpfen. Ich bin ein großer Twitter-Fan.