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Markus Albers — Journalist & Autor

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von Markus Albers

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“Jeder Mensch ist eine Marke” – die besten Tipps zum Personal Branding

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Weiter geht’s in meiner kleinen Reihe von Interviews mit Menschen, die ich im Rahmen der Recherche für mein nächstes Buch befrage. Diesmal ist es Klaus Eck (Bild), von dem ich mehr über Personal Branding wissen wollte – ein Thema von dem er so viel versteht, wie wohl kaum jemand in Deutschland.

Wer öfter online unterwegs ist und/oder twittert kennt ihn wahrscheinlich bereits: Der PR Blogger und Kommunikationsberater hat sich auf die Themen Corporate Blogs, Social Media Marketing sowie Online Reputation Management spezialisiert. Er hilft beratend beim Aufbau und bei der Pflege einer eindeutigen Positionierung im Internet, baut – wie er selbst das ausdrückt – “die Online-Reputation von Unternehmen auf und setzt dazu unter anderem die Social-Media-Möglichkeiten des Webs (Corporate Blogs, Facebook, Xing, Twitter) gezielt ein”.

Nach seinem Buch “Corporate Blogs – Unternehmen im Online-Dialog zum Kunden” ist vor kurzem sein neues Werk “Karrierefalle Internet” zum Thema Online Reputation Management herausgekommen. Das Interview haben wir per E-Mail geführt.

Herr Eck, bitte zum Start eine kurze Definition und historische Herleitung: Was ist Personal Branding?

Klaus Eck: Jeder Mensch ist letztlich eine Marke, mit der er/sie pfleglich umgehen sollte. Gerade in Krisenzeiten kommt es darauf an, sich positiv von anderen zu unterscheiden und aufzufallen. Das Personal Branding erlaubt es, die eigenen Stärken zu betonen und in der (digitalen) Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Erstmals hat Tom Peters das Konzept im Jahre 1997 in der Zeitschrift Fast Company vorgestellt und später daraus sogar ein Buch gemacht. Die Zeitschrift hatte sich zumindest in der Anfangszeit ihres Erscheinens ganz dem Personalmarketing und der Gestaltung des Arbeitslebens gewidmet. Ich war viele Jahre Abonnement dieser tollen Business-Zeitschrift, die übrigens ein Vorbild für das Konzept von Brandeins bzw. Econy war.

Peters Konzept hat in den Anfangszeiten der New Economy viele Menschen dazu ermutigt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und sich als Unternehmer selbstständig zu machen. Denn das ist die letzte Konsequenz des Personal Brandings: selbstverantwortlich zu agieren und sich nicht mehr als Spielball anderer zu betrachten.

Warum muss denn heute jeder eine Marke sein? Warum wird das in Zukunft noch wichtiger werden?

Eck: Deutschland muss sich langsam davon verabschieden, sich als Industriestandort zu definieren und dieses um jeden Preis mit Hilfe von zweifelhaften Abwrackpremien zu erhalten. Statt dessen sollten wir uns zu einer Wissensökonomie entwickeln, in der die Kreativität zum wichtigsten Standortfaktor wird. Nur in diesem Bereich sehe ich noch hoffnungsvoll in die Zukunft.

Doch in den Creative Industries sind die besten Wissensarbeiter gefragt, die selbständig agieren und ihren Beitrag zu einem Unternehmen leisten. Je mehr wir es erleben, dass Unternehmen lieber mit flexiblen Freien oder Zeitarbeitern zusammenarbeiten als mit Festangestellten, desto mehr kommt es auf das Personal Branding an. Schließlich sind externe Mitarbeiter schnell austauschbar und müssen einen klaren USP haben, damit sie in der Zusammenarbeit attraktiv bleiben. Hierbei geht es gar nicht um schlechter bezahlte Arbeitskräfte, sondern um Highpotentials, Facharbeiter und Kreative, die vielleicht sogar weltweit ihren Personal Brand anbieten und damit aufgrund ihrer hohen Qualifikation sehr erfolgreich sind.

Kurz: Was sind Ihre wichtigsten praktischen Tipps zum Thema?

Eck: Wer sich selbst gut vermarkten will, muss natürlich zunächst seine Fähigkeiten in der Ausbildung entsprechend entwickeln, sich auf bestimmte Wissensgebiete spezialisieren. Inzwischen ist das Internet das entscheidende Medium für das Personal Branding, weil jeder hierbei sehr schnell erfolgreich sein kann, wenn er es versteht, seine Leistungen adäquat darzustellen und andere darüber sprechen. Je verlässlicher der Einzelne in seiner Online-Kommunikation ist, je klarer das Online-Profil, desto leichter wird er sich mit dem Personal Branding tun. Deshalb sollten Sie immer als erstes eine eigene Webadresse unter Ihrem Namen anmelden, darunter ein Personal Blog anlegen oder eine Weiterleitung zu einem Online-Profil (Facebook oder Xing) einrichten. Das Social Networking – die Pflege Ihrer sozialen und beruflichen Beziehungen – spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg Ihres Online-Reputation-Managements.

Gilt all das nur für Selbständige oder auch für Festangestellte?

Eck: Gerade für Selbständige ist die Selbstvermarktung essentiell. Doch im Prinzip sollte sich auch jeder Angestellte als Personal Brand verstehen, weil er aufgrund der ihm zugeschriebenen Fähigkeiten eine Laufbahn in seinem Unternehmen einschlägt – oder auch nicht. Zudem muss heute jedermann mit einem Jobwechsel rechnen. Die Verbleibsdauer in einem Unternehmen wird immer kürzer. Daher gibt es eigentlich kaum noch Fest-Angestellte im eigentlichen Sinne des Wortes. Wer keine Angst vor einem Wechsel haben will, sollte sich darauf gut vorbereiten, indem er seinen Personal Brand mit all seinen Qualitäten entsprechend online sichtbar macht.

Teil zwei des Interviews folgt in einigen Tagen.