Achtung, gute Vorsätze: Fünf Erfolgreiche Gewohnheiten für 2009
Jörg Weisner hat gerade ein sehr gelungenes Buch über Erfolgreiche Gewohnheiten veröffentlicht, mit denen man gerade als Freiangestellter sein Leben besser organisiert, persönliche Produktivität erhöht und in der Folge mehr Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens hat. Ich habe ihn gefragt, ob er für die Leser meines Blogs die wichtigsten Punkte seiner These zusammenfassen kann. Hier ist Teil 2 seines Gastbeitrags:
Jörg Weisner: “Mehr Freiheit und gleichzeitig mehr Gewinn – geht das überhaupt? Viele Freiberufler wie Freiangestellte fühlen sich eher wie in einem Teufelskreis. Die Anforderung ihrer Kunden werden immer höher. Die Termine immer enger. Und wenn man es dann tatsächlich einmal geschafft hat, alles in letzter Minute fertig zu stellen, dann fehlen plötzlich die Folgeaufträge. Dann hat man das Gefühl, als falle man in ein tiefes Loch.
Eines der grundlegenden Probleme haben wir im ersten Teil dieses Gastbeitrags bereits besprochen. Unsere kulturelle Hypnose. Unsere Scheu vor Fehlern, unsere falsche Vorstellung von Disziplin. Eine weitere Ursache für dieses typische Dilemma vieler Freiberufler wie Freiangestellter liegt in ihren Gewohnheiten. Sie sind sich ihrer ungünstigen Verhaltensweisen nicht bewusst. Und sie setzen günstige Verhaltensweisen eher zufällig und sporadisch ein.
Die Lösung? Konzentriert Euch auf den Aufbau erfolgreicher Gewohnheiten. Pflegt diese, bis sie Euch in Fleisch und Blut übergegangen sind. Es gibt aus meiner Sicht fünf Top-Gewohnheiten, die es ermöglichen, mehr Freiheit und mehr Gewinn in der Easy Economy zu erzielen:
1. Mich selbst organisieren Es ist jetzt nicht mehr der Chef, der uns an den Schreibtisch kettet, jetzt sind wir es selbst. Ich muss mir dieser Tatsache ganz klar bewusst sein und meinen eigenen Tagesablauf immer wieder auf den Prüfstand stellen. In der Produktion ist die ständige Verbesserung schon längst ein Thema. Wie sonst hätten Toyota oder Porsche über einen so langen Zeitraum so hohe Gewinne einfahren können. In den Büros ist diese Einstellung aber längst noch nicht selbstverständlich. Hier werden Tag für Tag Millionen von Stunden verdaddelt und verschwendet, mangels klarer Zielsetzung, klarer Absprachen und klarer Committments.
Wichtig ist, mir dieses Bewusstsein tatsächlich zur Gewohnheit zu machen, dass ich mein eigenes Tun immer wieder überprüfe. Ist es noch zielgerichtet? Schaffe ich einen hohen Nutzen für meine Kunden? Arbeite ich in den Bereichen, wo meine Kernkompetenzen liegen?
2. Ergebnisorientiert arbeiten und bezahlen lassen Markus erwähnt nicht ohne Grund die amerikanische Firma Best Buy als hervorragendes Beispiel für einen ergebnisorientierten Ansatz. Diese Denk- und Arbeitsweise eignet sich natürlich nicht nur für Firmen, sie ist sogar überlebenswichtig für Freiberufler wie Freiangestellte. Denn wofür zahlt der Kunde? Dafür dass Ihr die Zeit auf Eurem Hintern absitzt? Wohl kaum. Die heutigen Kunden wollen Leistung. Und wie lange Ihr für diese Leistung braucht, ist ihnen letzten Endes vollkommen gleichgültig.
Sich diese absolute Leistungsorientierung zur Gewohnheit zu machen, ist allerdings nur die eine Hälfte der Medaille. Die andere Hälfte ist genauso wichtig. Wir müssen uns auch ergebnisorientiert bezahlen lassen. Und genau in diesem Punkt scheitern immer noch die allermeisten. Schaut Euch um, wie lassen wir uns bezahlen? Auf Stundenbasis. Oder nach Tagewerken. Was für ein Blödsinn! Wenn es dem Kunden nur auf die Leistung ankommt, warum lassen wir uns dann immer wieder auf diese Stundenlöhne ein? Aus alter Gewohnheit. Höchste Zeit das endlich zu ändern.
3. Eine selbst verordnete Informations-Diät Wie sieht unser normaler Tagesablauf heute aus? Wir lassen uns morgens von den Katastrophennachrichten im Radio wecken. Kaum am Arbeitsplatz schauen wir auf die neuesten Emails, Blogbeiträge und Twitternachrichten. Und erst dann – wie viele Minuten (oder Stunden?) später – fangen wir mit unserer eigentlichen Arbeit an. Viele lassen sich aber auch dann noch von eingehenden Emails per Signalton informieren. Von einem konzentrierten Arbeiten kann unter diesen Umständen kaum die Rede sein.
Timothy Ferriss beschreibt in seinem Bestseller „Die Vier-Stunden-Woche“ einen provozierend anderen Ansatz. Er ruft seine Mails nur noch einmal die Woche ab. Er hat Autoresponder eingerichtet und viele Routinetätigkeiten an virtuelle Assistenten delegiert. Auch wenn dieser Ansatz für viele zu weit geht – auf die Provokation kommt es an. Darauf, uns unser bisheriges, ungünstiges Verhalten bewusst zu machen. Uns wach zu rütteln. Uns zu motivieren, uns selbst eine ganz persönliche Informations-Diät zu verschreiben – und umsetzen – das heisst, diese zu einer erfolgreichen Gewohnheit aufzubauen.
4. Abschalten und produktiver zu sein Markus schlägt vor, wir sollten abschalten um produktiver zu sein. Ich kann dem nur zustimmen. Ständig zu arbeiten hat noch keinem gut getan. Wann kommen Euch die besten Ideen? Ich wette nicht am Schreibtisch und nicht in dem Meeting. Sondern unter der Dusche, beim Joggen, im Strandkorb oder wann immer Ihr Euren Geist einfach wandern lasst. Dieses Abschalten ist besonders wichtig, wenn es nur noch an uns liegt, wann und wo wir arbeiten. Vielen von uns bringt die Arbeit sehr viel Spaß und Freude. Gerade um diesen Zustand zu erhalten, brauchen wir aber Pausen. Müssen wir uns regelmäßig eine Auszeit gönnen. Sollten es uns zur erfolgreichen Gewohnheit machen, auf diese Balance zu achten.
5. Freude und Faszinationen bewusst suchen Wann sind wir glücklich? Wenn wir den großen Auftrag an Land gezogen haben? Wenn wir ihn dann abgearbeitet haben? Wenn endlich das Geld auf unserem Konto eingegangen ist (und wir schon längst in dem nächsten Auftrag versunken sind)? Das Streben nach Glück ist sicherlich eine unserer größten Motivatoren. Jeder möchte glücklich sein. Und zufriedene und glückliche Menschen haben eine Anziehungskraft, die sich nicht nur auf Freunde sondern auch auf Kunden sehr positiv auswirken kann. Wie aber schaffen wir es, glücklich zu sein?
Dafür bedarf es gar nicht viel. Dafür müssen wir uns „nur“ darauf besinnen, was uns wirklich Freude bereitet. Und wir müssen es uns zur (erfolgreichen) Gewohnheit machen, auch in kleinen Dingen die inneliegenden Faszinationen zu entdecken. Wir müssen herausfinden, in welchen Tätigkeiten wir uns im wahrsten Sinne verlieren können. Wo wir in den berühmten Flow-Zustand gelangen. Wenn wir diese Tätigkeiten gefunden haben und ausführen, dann werden sich die Kunden um uns reissen. Dann werden sie uns mit Kusshand weiterempfehlen. Dann werden wir belohnt mit mehr Freiheit und mehr Gewinn.”
Die Website www.erfolgreiche-gewohnheiten.de bietet neben vielen Informationen zu genau diesem Thema die Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und sich gegenseitig zu inspirieren und zu motivieren.

