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von Markus Albers

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    Geld oder Liebe?

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    In der aktuellen Ausgabe des Magazins Zeit Campus gibt es eine interessante Umfrage unter 6000 Studenten. Es ging um die großen Dinge des Lebens – Karriere oder Familie, Job oder Privatleben, Geld oder Liebe. Das überraschende Fazit der Autorinnen: “Wollten die Eltern der heutigen Studenten die Gesellschaft verändern und die freie Liebe auskosten und zählten für die großen Geschwister vor allem Karriere, Konsum und schnelle Affären, zeichnen Meinungsforscher heute das Bild einer ganz neuen Generation: Die will sich im Beruf verwirklichen – aber sie ist nicht mehr bereit, für die Karriere auf ihr Privatleben zu verzichten.”

    Nach den Zielen für die Zukunft befragt, gaben 71 Prozent an, sich stark einer Partnerschaft widmen zu wollen. Im Gegensatz dazu hat das berufliche Streben an Bedeutung verloren: Die Zahl der Studenten, denen es sehr wichtig ist, in fachlicher Hinsicht Überdurchschnittliches zu leisten, ist um zehn Prozentpunkte gesunken, um ebenso viel weniger wollen Studenten in Zukunft eine leitende Funktion übernehmen. Die Autorinnen: “Auf die Frage, was Glück für sie persönlich bedeute, antworteten viele mit Liebe, gefolgt von den drei Fs – Familie, Freunde und Freizeit – und beruflicher Selbstverwirklichung.”

    Hier gebe es allerdings ein Dilemma: Der Gott Karriere lässt keine anderen Götter neben sich zu. “Die Anforderungen der Arbeitswelt haben in den letzten Jahren stark zugenommen, gerade was die Verfügbarkeit angeht”, sagt der Mainzer Soziologe Norbert Schneider. Das gilt laut Zeit Campus besonders für Akademiker, die höher hinauswollen: Die Aufstiegsmöglichkeiten sind da – aber sie verlangen ihren Preis. Denn der klassische Karrierejob sei ein Eineinhalb-Job, so Schneider: “Er ist auf den Familienvater alter Schule zugeschnitten, dem die Hausfrau den Rücken freihält und das Privatleben abnimmt.”

    Glück bedeutet für Studenten heute aber, sich privat und beruflich verwirklichen zu können, und sie wollen dabei kein Entweder-oder, sie sind nicht bereit, Freunde, Liebe und Familie dem Beruf unterzuordnen. “Es scheint, als hätten wir da eine kritische Grenze überschritten, auf die die junge Generation jetzt reagiert”, sagt Schneider.

    An dieser Stelle kommt die Easy Economy ins Spiel, denn Zeit Campus war so freundlich, mich auch für diesen Artikel zu interviewen. “In Deutschland werde die Qualität der Arbeitnehmer immer noch hauptsächlich nach ihrer Anwesenheit am Arbeitsplatz gemessen, stellt der Autor Markus Albers in seinem neuen Buch Morgen komm ich später rein fest”, so heisst es in dem Artikel, und weiter: “Aber: Die Bereitschaft der Arbeitgeber war noch nie so hoch, auch Teilzeit- und Heimarbeit zuzulassen.

    Ein Grund dafür ist die technische Entwicklung: Schnelle DSL-Leitungen, Handys und Blackberrys erlauben es den Arbeitnehmern, auch zu Hause erreichbar zu sein. Entscheidender aber ist, dass viele Arbeitgeber im Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte mit Familienfreundlichkeit punkten wollen.

    Nach vielen Interviews mit Personalverantwortlichen ist sich Albers sicher, dass eine Balance zwischen Arbeit und Leben möglich ist – vorausgesetzt sie wird eingefordert. ‘Die Bewerber müssen das Thema Familie und Freizeit selbst ansprechen’ rät der Autor. ‘Gute Berufseinsteiger haben an der Uni bewiesen, dass sie eigenverantwortlich arbeiten können, das sollten sie im Vorstellungsgespräch auch vorbringen.”

    Aktueller Artikel, überraschende Zahlen – den Kauf dieser Ausgabe kann man nur empfehlen.

    Wie geht es Euch – Geld oder Liebe? Oder ist das in Wahrheit gar kein Wiederspruch? Schreibt mir Eure Meinung als Kommentar.

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    4 Reaktionen zu “Geld oder Liebe?”

    1. Ein wenig kommt mir das bekannt vor.
      Student, der “nebenbei” seine Karriere “vorrantreibt” und dennoch Zeit findet, eine Beziehung zu führen.

      In meinen Augen ist es vor allem eine Frage des Zeitmanagements. Nichts mit “in den Tag hinein leben” sondern Abends schon wissen, was Morgens zu tun ist.

      Durch die freiberufliche Tätigkeit und den nicht ganz so eng geschnürrten Studienplan hab ich natürlich auch eine gewisse Flexibilität mit der ich arbeiten kann.

    2. Hört sich gut an: Anwesenheitspflicht ist nicht mehr das einzige Kriterium im Büro. Aber die meisten Firmen sind davon noch weit enternt. Vielleicht ändert sich das ja in ein paar Jahren. Ab 2011 werden die Arbeitskräfte vielleicht schon so knapp, dass die Firmen etwas anbieten müssen, um ihre Leute zu halten. Schön wärs jedenfalls. Dann kommt jeder mal später rein.

    3. “Der Gott Karriere lässt keine anderen Götter neben sich zu” – Quatsch! Erfolg erfüllt doch keinen Selbstzweck. Karriere ist das zusammengefasste Ergebnis vieler Faktoren, wie etwa Fleiß, Ehrgeiz, Kreativität, Mentoren, Glück, Werte, Lebensbalance. Und nicht zuletzt bestimmt jeder für sich selbst, was er unter Karriere versteht. Der eine will CEO werden, der andere selbstständig, ein dritter der beste Vater der Welt.

    4. [...] fühlen, definieren uns nicht mehr ausschließlich über beruflichen Status und wollen ein in vielerlei Hinsicht erfülltes Leben [...]

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