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von Markus Albers

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Die Debatte

… über “Morgen komm ich später rein” und die neuen Freiangestellten geht weiter. Auf Basic Thinking ist Schnuti begeistert: “Danke! Danke! Sie sprechen mir aus der Seele und geben gleichzeitig Beispiele dafür, dass, wie und wo es funktioniert!” Thomas Lenz auf Xing ist etwas skeptischer: “Mit der ‘neuen Arbeitswelt’ ist es genauso wie mit vielen Hypes. Sie ließ sich lange Zeit wunderbar als Begriff und Vision vermarkten, ohne in der Realität funktionieren zu müssen. Denn neben den technischen Entwicklungen ist es in hohem Maß eine Frage der Unternehmens- oder Organisationskultur, und die ist in vielen Fällen noch in althergebrachten Mustern gefangen. Eine Flexibilisierung der Arbeitsformen erfordert neben einer funktionsfähigen Technik eben auch Vertrauen auf beiden Seiten.”

Wiederum auf Basic Thinking empfiehlt Schaeferblick “als radikalen Lebensgegenentwurf unserer Zeit” auch die Four Hour Work Week von Tim Ferriss. Guter Hinweis: Tatsächlich habe ich Tim für Handelsblatt Junge Karriere und für mein Buch interviewt. Er hat mir dabei einige neue Produktivitäts-Tricks verraten und zum ersten Mal über den privaten Hintergrund seiner radikal freiheitlichen Arbeitsauffassung erzählt.

Dasselbe gilt für den Hinweis von Armin auf das “Results-Only Work Environment (ROWE). Und das zugehoerige Buch Why Work Sucks And How To Fix It. Denn genau darum geht es ja eigentlich, die Ergebnisse, nicht das Abreissen von Arbeitszeit.” Tatasächlich habe ich die Best Buy Firmenzentrale in Minneapolis besucht, viele Protagonisten für Morgen komm ich später rein interviewt und mir alles vor Ort erklären lassen. Hier ein paar Schnappschüsse:

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Das Best Buy Gebäude im Industriegebiet von Minneapolis

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Die leere Lobby um 11 Uhr vormittags – im Hintergrund einige Mitarbeiter im Coffeeshop

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Wenn die Angestellten doch mal reinkommen, können sie Videospiele machen, einer Live-Band im Foyer zuhören oder – ganz wie in der guten alten New Economy: kickern

Cali Ressler und Jody Thompson, die das ROWE-System entwickelt haben, sind wirklich tolle Frauen, sehr charismatisch – und vor allem tough: Sie haben es geschafft, ein großes Unternehmen von Zeit auf Ergebnisse umzustellen. Die Zahlen geben ihnen recht und die Mitarbeiter, mit denen ich gesprochen habe, waren alle extrem zufrieden. Die beiden haben mir viel darüber verraten, wie man so einen Wandel hinbekommt und welche Hürden man dabei beachten muss. Bei mir gibt’s zu dem Thema ein ganzes Kapitel, aber das Buch der beiden kann ich in der Tat auch sehr empfehlen.

Bei Karrierebibel meint Mario: “Ja, auch ich bin ein ‘Flexecutive’. Im Beitrag von Markus Albers liest sich sehr interessant, was auf den Arbeitnehmer zukommen wird.” Und auf worein.de heisst es: “Ein sehr interessanter Artikel von Markus Albers zum Thema ‘Arbeiten im 21. Jahrhundert’ oder wie er es nennt: “Wie wir uns aus dem Büro befreien – und dem Chef damit einen Gefallen tun”. Im Wesentlichen geht es um die Vorteile, die sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen ergeben, wenn ‘Wissensarbeiter’ mal öfter von zu Hause aus arbeiten. Viele interessante Gedanken, die zum Träumen verführen.”

Andreas F. fragt auf Basic Thinking: “Gibt es von dem Buch eine Easy(-Economy) travelling Online-Version? Papier ist ja so Old-Economy und passt nicht ins mobile Device … :-) ” Das finde ich auch ein bisschen und der Campus-Verlag, der mein Buch heraus gebracht hat, ahnt es zumindest – ein Digibook, so heisst das bei Campus, ist in Arbeit. Es kann aber noch “einige Wochen” dauern, bis es fertig ist, wurde mir nun mitgeteilt. Ich verstehe zwar nicht ganz, warum das so langwierig ist. Aber verspreche, Euch hier im Blog auf dem Laufenden zu halten.

Auf JACs Frage, warum Unternehmen keine Satellitenbüros anbieten, in denen Feste und Freie gemeinsam zeitweise sitzen können, antwortet Sebastian: “An genau so etwas arbeiten wir gerade: Neue Orte für neue Arbeit.” Spannende Idee, Coworking-Räume entstehen ja inzwischen auf der ganzen Welt – eine Freundin aus Singapur schrieb mir zum Beispiel neulich von denen hier.

Zum Abschluss der vielleicht lustigste Kommentar zu Morgen komm ich später rein bislang – Henning schreibt: “Schwer zu erraten, wer mir heute dieses Buch empfohlen hat: mein Chef.”


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